Darf man der Geschichte Glauben schenken, dann könnte man in der ersten Email und ihrem Inhalt auch den Beginn von Social Media sehen. Aber wie nennt man die Personen, die uns die Rahmenbedingungen für unsere heutige Mediengesellschaft zur Verfügung gestellt haben?

Es gibt “Digital Natives”, “Digital Immigrants” – waren diese Menschen dann “Digital Conquerors”? Ich  bin seit der Zeit Internetnutzer, in der Modems für private Haushalte erschwinglich wurden,noch irrsinnige Geräusche von sich gegeben und die Telefonleitung versperrt haben. Nun versuche ich meine Erfahrungen von damals, mit den Impressionen der heutigen Zeit zu vergleichen und daher habe ich mich dazu entschlossen, nach längerer Abwesenheit, wieder etwas zu publizieren.

Seit Anbeginn der Zeit ist es der Drang des Menschen, mit anderen seiner Art zu interagieren und auf anfangs primitive Weise Informationen miteinander auszutauschen. Millionen von Jahren später ist die Ausgangssituation die selbe, lediglich die Mittel und die Qualität des Wissensaustauschs haben sich verändert und wir nutzen inzwischen das Web, um orts- und zeitunabhängig mit Gleichgesinnten in Kontakt zu treten.

Erst kürzlich ist mir ein Buch über Marketing und Werbung im Internet in die Hände gefallen, das aus dem Jahr 2000 stammte. Darin wird der Einsatz von Pop-Ups als Werbemittel analysiert. Die Worte Google oder soziale Netzwerke sind in dem Buch nicht zu finden. Stattdessen wird von einer SEO (wenn man damals überhaupt davon sprechen konnte) für Altavista gesprochen und der Erfahrungsaustausch mit anderen Menschen über Yahoo-Newsgroups. Etwas mehr als 10 Jahre später hat keine dieser drei Säulen des Buchs noch Relevanz für das heutige Geschehen im Web und das Buch kann getrost in den Papiermüll wandern, da es keine nützlichen Informationen liefert. Danach erfolgte der nächste kleine Schritt in Richtung “User-Partizipation”, indem Betreiber von statischen Webseiten Gästebücher oder gar Foren ihrem Angebot hinzufügten. Allerdings waren diese Medien meist anonym, indem von den Nutzern Nicknames verwendet wurden und die Foren dienten als Teilöffentlichkeiten für Menschen mit gemeinsamen Interessenschwerpunkten.

Erst in den letzten Jahren entwickelte sich das Web zu einem Platz der freien Meinungsäußerung, des Ideenaustausches, der geistigen Kooperationen und der Personalisierung des individuellen Auftritts. Dieser Wandel ging recht schnell von Statten und wer sich im Web nicht mit den neuesten Trends auseinandersetzt, läuft Gefahr, von einem Informationsüberlfuss erfasst zu werden oder in einer kommunikativen Sackgasse zu sitzen und lediglich seinem eigenen Echo zu lauschen (wieviele Microblogging Systeme haben ihr Glück versucht und wurden dann doch vom zwitschernden Vogel verzehrt). Auf jeden Fall bietet das Web interessante Chancen aber auch Gefahren für Privatpersonen als auch Unternehmen und darüber möchte ich gerne in Zukunft aus meiner Sicht berichten.

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