In meinem letzten Blogbeitrag bin ich näher auf das Thema Mikrofonie eingegangen. Dabei habe ich den Fokus auf Aufnahmearten gelegt, die direkt in die Kamera gehen. Da die Pre-Amps von Spiegelreflexkameras allerdings nicht so gut sind, erzielt man besseren Ton durch die Benutzung von externen Rekordern. Darauf will ich hier näher eingehen.

Audiorecorder: der Markt ist riesig

Um den richtigen Audiorecorder zu finden, bedarf es einiger Recherche. Firmen wie Saramonic, Beachtek, Tascam und Zoom bieten eine Vielzahl von Geräten. Manche sind für den Einsatz mit Spiegelreflex-Kameras ausgerichtet, manche kann man perfekt adaptieren.

Preise variieren sehr stark

Ab ca 70 Euro ist man dabei. Die Grenzen sind nach oben hin in den mittleren dreistelligen Eurobereich hin offen.
Wer lediglich Interviews führen und eventuell einen Audiorecorder für ein Lavaliermikrofon nutzen möchte, dem sei der Zoom H-1n oder der Tascam DR-0 empfohlen. Beide besitzen bereits ein integriertes Stereomikrofon, verfügen über einen Miniklinken-Eingang für ein externes Mikrofon und der Pegel lässt sich dank der Anzeige auf dem Display gut ablesen und dank Monitor-Funktion auch gut abhören. Noch dazu gibt es viel zusätzliches Equipment, wie z.B. Winschutz etc.

Wer allerdings Mikrofone per XLR anschließen und mit Phantom-Power speisen will, muss tiefer in die Tasche greifen. Sehr beliebt in diesem Sektor sind der Tascam DR-40oder der Zoom H4n PRO. Auch hier sind mehrere Mikrofone bereits installiert und das Zubehör lässt sich echt sehen.

Meine Erfahrung – mein weiterer Weg

Seit 2008 begleitet mich mein Zoom H2. Damals noch als besseres Diktiergerät für meine journalistische Arbeit und als Wegbereiter in die Welt der Podcasts. Das Teil hat ein Feature, das mir in so manchen Situationen bereits den Arsch gerettet hat: schließt man den Rekorder über USB an den Computer an, verwandelt es sich in ein Audiointerface (das Zoom war bei einem Livestreaming meine lezte Rettung. Ein ganztägiges Symposium sollte gestreamt werden, aber über die Mikrofon-Eingangsbuchse des Macbooks wollte sich der Ton nicht zügeln lassen und so haben wir das Zoom dazwischengeschaltet und den Ton somit “vorgepegelt”).

Was ist mit XLR?
Das war die Frage, die mich in den letzten Monaten motiviert hat, zu recherchieren und ich bin dabei auf das Tascam DR-60 gestoßen. Der Kopf sagte ja, die Rezensionen im Netz auch. Nur der Preis hat mich abgehalten. Deshalb habe ich mich auf dem Gebrauchtmarkt umgesehen und bin fündig geworden. Das erste Modell des DR-60 um 120 Euro. Und zugeschlagen. Leider schrieb mir der Verkäufer, dass er das Gerät vor dem Versand noch testen wollte und dabei gemerkt hat, dass die Batterien ausgelaufen sind und sich das Gerät nicht einschalten lässt. Habe dann um den Versuch gebeten, das Teil per USB zu versorgen. Funktionierte und der Verkäufer hat mir das makelhafte Gerät für 60 Euro überlassen.
Nach der Ankunft ist der Rekorder gleich mal auf der Werkbank gelandet: Batteriefach ausgebaut und erst mal schön in Essig eingelegt, um die verschmutzten Kontakte wieder rein zu bekommen. 24 Stunden später dann der Test: auch Batterien funktionieren jetzt wieder einwandfrei.
Jetzt muss sich das gute Ding noch im Live-Einsatz bewähren. Ich werde berichten 😉

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