Zwei Dinge haben mich dazu bewogen, diesen Artikel zu schreiben:

  • hatte ich am Wochenende eine furchtbare Schreibblockade
  • habe ich folgenden Artikel gelesen, der mich über meine Schreibgewohnheiten nachdenken ließ.

Die Tatsache, dass ich hier und jetzt noch nicht sagen kann, ob hier lediglich ein Posting entsteht oder eine Reihe, veranschaulicht, dass ich in Bausteinen arbeite. Nur sehr selten schreibe ich einen Blogpost in einem Schwung.

Wie finde ich mein Thema:
TV, Zeitungen, Radio bzw.aus dem Web (hier ziehe ich meine Informationen aus dem Google Reader bzw. Reeder auf dem iPad, Feeddler auf dem iPhone oder meiner Soup). Beschäftigt mich ein Thema 48 Stunden lang, dann sehe ich es als relevant an und versuche darüber zu schreiben.

Wie gehe ich an ein Thema heran:
Zuerst wird eine simple Textdatei in meiner Dropbox erstellt. So habe ich über jedes meiner Devices Zugang und kann Links und andere Informationen in meine Textdatei kopieren. Verwandte Themen werden via Instapaper und Read It Later für später gespeichert und als Referenz herangezogen. Finde ich einen Artikel sehr interessant und ist er auch aktuell, dann teile ich ihn bereits vor meinem Artikel auf Twitter und in letzter Zeit vermehrt auf Pinterest.
Aber auch analoge Hilfsmittel gehören bei der Themenbearbeitung zu meinen Werkzeugen. So habe ich für gewöhnlich ein Moleskine und ein Päckchen Post-Its in meiner Tasche. Kurze Geistesblitze werden im Moleskine festgehalten. Die Post Its dienen der visuellen Orientierung. Im Grunde ist es lediglich eine simple Form des Mindmappings. Ich klebe Stichworte auf eine Fläche (in meiner Wohnung ist es ein eigenes Whiteboard oder ein Fenster; in der PR-Agentur ist es ein Heizkörper) und stelle sie in Relation zueinander. So entsteht oft ein Bäumchen aus wirren Sprüchen oder gar Zeichnungen, die dann für Meetings wieder zu einem Block geklebt und dann Blatt für Blatt vorgetragen werden.
Der Sinn der Post-It Strategie liegt einfach darin, dass ich einige Schritte zurück machen und mir so wirklich einen Überblick übers Thema verschaffen kann.

Zu welcher Zeit schreibe ich:
Wie schon im Vorfeld beschrieben, schreibe ich immer Stück für Stück, wenn ich gerade Zeit und vor allem Muse habe. Im Gegensatz zur Zeit als Journalist habe ich als Blogger ja keinen Stress. Mein Beitrag ist fertig, wenn ich ihn als fertig erachte. Oftmals hat das Thema kurz vor Veröffentlichung keine Relevanz mehr und der Blogpost verschwindet im Archiv. Gerade in Momenten, in denen ich mich zum Bloggen oder Konzeptionieren zwingen will, geht gar nichts. Da kann es schon einmal vorkommen, dass ich eine halbe Stunde vor einem leeren Dokument sitze. In diesem Fall wechsle ich den Arbeitsplatz und das Arbeitsgerät. Dies ist besonders im Anfangsstadium sehr hilfreich, da aus einer Kritzelei oft der Samen für eine gute Idee entsteht. Ein kleines Beispiel: Meine Kurzgeschichte “Die Menschmaschine”. Als ich mit der Intention am Rechner gesessen bin, ein Buch zu verfassen, konnte ich keinen einzigen Gedanken zu Papier bringen. Erst als mir die Publikation einer Kurzgeschichte offeriert wurde, viel dieser +100 Seiten Druck von mir ab und ich schrieb die Geschichte in 45 Minuten von der Einleitung bis zum Schlusspunkt – die fertige Geschichte. In meinem Kopf war sie schon konkret. Ich musste einfach den richtigen Zeitpunkt finden.
Vergangenes Wochenende ging es mir genau so: “Ich muss ein Konzept schreiben und eine Präsentation dazu” – der Gedanke hat mich das ganze Wochenende verfolgt und das Ergebnis war wieder, dass mich das Thema als Ganzes derart erdrückt hat, dass ich keinen klaren Gedanken fassen konnte. Erst am Sonntag war die Blockade wie weggeweht. Zu welchem Zeitpunkt? Als drei Kinder schreiend um mich herumrannten.

Womit ich mich gerade befasse?
In der Freizeit hat das Thema “Cross-Media Blogging” derzeit einen hohen Stellenwert bei mir. Wie man einen guten Podcast macht und was man dazu braucht – ich denke, dass ich mich dazu nicht mehr äußern muss. Wer es dennoch wissen will, dem empfehle ich die Seite von Annik Rubens. Auch die liebe Takarina hat einen sehr schönen Podcast, in den Interessierte ruhig mal reinhören sollten.
Ganz heiß für mich: Videoblogging und die Auswirkungen auf die Click- bzw. Conversionrate. Obwohl mit der Canon 60D und einem Sennheiser MKE400 der Grundstein gelegt ist, bin ich hier noch im theoretischen Teil. Und überhaupt: Worüber sollte ich einen Videoblog machen? Alte Horrorfilme? Billige Fotoapparate?

Wie verbreite ich meinen Content
Hier kann ich mich eigentlich nur auf meinen Gossfather-Blog berufen. Mit der Veröffentlichung eines Artikels, wird dieser automatisch auch auf Facebook und Twitter geshared. Allerdings haben weder meine Gossfather-Site noch mein Gossfather-Twitterprofil annähernd die Reichweite von meinen “privaten” Profilen. Für diesen Blog gibt es eigentlich keine großartige Werbung.

Conclusio:
Trotz meines großen Contentkonsums, bin ich mit meiner Vorhergehensweise derzeit nicht in der Lage einen Blog ernsthaft zu betreiben. Na dann: lernen wir was draus!

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