Noch Anfang dieses Jahres habe ich herzlich gelacht, als ein Freund mir während meines Bukarestaufenthalts erklärt hat, er hätte seine Canon Spiegelreflex jetzt gegen eine Fuji ausgetauscht. Was für mich nach mehr als einer Dekade als Canonier zuerst als schlechter Witz klang, wollte alsbald revidiert werden.

Fuji? Das letzte Mal als 35mm Film benutzt

Tatsächlich ist es so, dass Fuji bei mir primär alte Filmrollen ins Gedächtnis ruft, doch nach eingängiger Recherche, hat mich das Thema doch sehr interessiert: Digitale Kamera mit allen Vorzügen einer alten analogen Kamera – da juckt es mich schon in den Fingern. Letztlich spiele ich schon länger mit dem Gedanken, auf “spiegellos” umzusteigen. Leider hat es Canon mit Einführung der EOS M-Serie nicht geschafft, mich hier ins Boot zu holen. Auch mit Sony habe ich länger geliebäugelt, aber fand ich nie ein Produkt mit dem passenden Preis-/Leistungsverhältnis.
Also hab ich mir eine gebrauchte Fuji X-T10 besorgt und losgelegt.

Symbiose aus analog und digital

Dass die Fuji nicht nur optisch an die analogen Zeiten erinnern will, wird schnell klar: verschidene Filmsimulationen und Effekte, Focus-Peaking – all diese Punkte laden dazu ein sich einen Adapter zu schnappen und mit alten manuellen Objektiven loszuziehen. Und ich muss sagen: es klappt wunderbar und hier wird sich wahrscheinlich auch das Haupteinsatzgebiet der Fuji für mich einpendeln.
Aber zum richtigen Field-Test, ging es erst mal raus auf die Straße.

Kompakt und doch griffig

Also los: Kameragurt angeschraubt und raus mit uns. Moment. Da fällt das erste Problem auf: Das Stativgewinde ist derart blöd angebracht, dass so ziemlich jede Schnellwechselplatte den Zugang zum Akku/Speicherkartenfach versperrt. Nicht gerade ideal für Stativ- oder Steadycam Nutzer, wenn erst alles nochmal abgeschraubt werden muss, bevor der Akku oder die Karte gewechselt werden kann.
Ansonsten liegt die Fuji selbst für einen Grobmotoriker wie mich, erstaunlich gut in der Hand, obwohl die Haptik in vielen Reviews bemängelt wird.
Die Kit-Linse hat eine Brennweite von 16-50mm. Was für mich schon ungewohnt war, da ich entweder mit Fixbrennweiten, oder mit meinem Immerdrauf “24-70mm” unterwegs bin. Durch die 16mm wurde mir erst bewusst, wie weit ich eigentlich von meinem Objekt entfernt bin, was mir mehr Spielraum gegeben hat, um den richtigen Bildschnitt zu finden.

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Größenvergleich Canon EOS 7D vs Fujifilm X-T10


Foto mit der Fuji Kitlinse: 16-50mm
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Was mir wirklich besonders Spaß macht: meine alten manuellen Linsen an den Fuji Body zu schrauben. Dank Focus Peaking funktioniert dies sowohl über Display als auch den Sucher überraschend gut. Deshalb hat es mir eine Mischung besonders angetan: Fuji X-T10 mit Helios 44 58mm, f2 <3

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