Ein Basssound wie Lemmy von Motörhead. Geht das ohne einen Rickenbacker und einen
1976 Marshall Super Bass Head, der als “Murder One” in die Musikgeschichte Einzug gehalten hat? Der deutsche Effektpedal-Hersteller Okko hat versucht, den charakteristischen Lemmy Sound nun in eine Box zu packen. Ist ihnen das gelungen?

Motorbass: Geht das so einfach?

Zwei Dekaden Motörhead Fan und rund 10 Jahre als Hobbybassist, haben mich auch nach einem Pilger nach DEM Sound gemacht. Die Vorstellung lag immer irgendwo zwischen pumpendem Ampeg SVT und eben dem Sound von Lemmy. Und hier liegt bereits der erste Stolperstein: bei beiden Beispielen handelt es sich um Vollröhrenamps, die ordentlich in die Sättigung getrieben werden. Nach meinem Peavey TKO Combo bin ich zwar auf ein Ampeg Top umgestiegen. Allerdings den Transistoramp B-2R.
Lemmys Boxen: Auf den Stage-Fotos von Motörhead konnte man Lemmys Verstärker immer auf einer 4x12er und einer 4x15er Box sehen.
Lemmys Bass: Ein weiteres Charakteristikum ist Lemmys Rickenbacker Bass, den er schon zu Hawkwind Zeiten gespielt hat. Durchgehender Ahornhals, lackiertes Griffbrett und dazu die “Gitarristen” Spielweise von Mr. Kilmister sind nicht minder wichtig für den guten Ton des Motörhead Fronters. Ein Rick klingt eben anders, als ein Jazz Bass, ein Preci oder ein Music Man.

Pedale: den Sound weiter formen

Seit jeher hatte ich immer ein Pedal in meinem Signalweg, um meinen Sound anzuzerren. Die Ergebnisse waren aber dauerhaft nicht befriedigend. Ab und an wurde dafür ein verzerrter Gitarrenamp mit angesteuert, um das Bassfundament über meinen Bass-Amp zu erhalten.
Insgesamt gibt es drei Pedale, die mich längere Zeit begleitet haben:

Behringer Tube Overdrive TO100: eigentlich ein Gitarrenpedal und cheap as f***. Fand den Sound eigentlich recht gut, aber im Bandgefüge konnte ich mich nicht damit durchsetzen.

Digitech X-Series Bass Driver: Das Pedal wird inzwischen nicht mehr hergestellt, aber zur damaligen Zeit wurde es im Internet schön beworben: auf der Digitech Seite konnte man sich eine trockene Bassspur anhören und dann den Effekt nach Belieben an- und ausschalten. Besonders daran: der Morph Regler, der von einem leicht angezerrten Sound bis zu einem Fuzz-Sound drei Pedale imitieren sollte (wenn ich mich nicht täusche: einen angezerrten SVT, eine ProCo Rat und ein Big Muff). In der Praxis konnte ich mich jedoch nie mit dem Pedal anfreunden. Ich wollte ein Pedal, das man ankickt und man sofort einen passenden Grundsound hat, den man nur noch “tweaken” muss. Mir war es einfach zu blöd am Boden rumzuknien und an Knöpfen zu drehen, während Gitarre und Schlagzeug nur auf mich warteten.

Electro Harmonix Big Muff: Als Fuzz Fan war der Big Muff das erste entsprechende Pedal in meinem Besitz. Besonders die Sovtek Variante soll ja bei manchen Bassisten sehr beliebt sein. Deswegen hab ich mir den Muff vor den Amp gehängt. Manchmal ein wenig over the top, aber grundsätzlich ein guter Sound. Irgendwann habe ich ihn dann gegen die russische Version von EHX ausgetauscht, der mir für den Bass noch besser gefallen hat. (Anm.: im Netz habe ich übrigens gesehen, dass sie jetzt wohl wieder eine abgespeckte Variante des russischen Muff anbieten.

Fazit

Im Bandkontext konnte ich das Pedal noch nicht ausprobieren, aber für so kleines Geld kommt man sonst wahrscheinlich nicht an den Motörsound ran. Mir macht das Pedal auf jeden Fall Spaß und es motiviert mich, wieder mehr am Bass zu zocken.

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