Ich muss zugeben, dass mich in vielerlei Hinsicht eine Art Schizophrenie in meiner Arbeitsweise begleitet. Beruflich leite ich derzeit ein gesamtes Redakteursteam für einen Kundenblog. Bislang ist mir hier die Organisation nicht sonderlich schwer gefallen:

  • Thema recherchiert
  • Redakteur gebrieft
  • Artikel erhalten
  • Artikel lektoriert/formatiert
  • Artikel online gestellt

Bislang alles kein Problem. Bei einem Meeting habe ich allerdings gemerkt, dass sich noch immer an vielen Dingen feilen lässt, damit die Arbeit einfach erleichtert, ja sagen wir sogar “automatisiert” wird. Nun mag man sagen, dass dem kreativen Geist die Automatisierung nicht gut tut und ich muss auch zugeben, dass ich anfangs meine Bedenken hatte. Letztendlich bin ich aber zum Entschluss gekommen, dass ein Effizienzgewinn mit einem kleinen Verlust meines kreativen Chaos doch vereinbar sei.

In der Arbeit funktioniert das auch superfein, doch wenn ich mir hier Contentpunk.com so ansehe, dann sehe ich wieder: nur Dr. Jekyll schafft es, sich zu ordnen. Inzwischen habe ich ja schon einige konspirative Theorien entwickelt, wieso ich es nicht schaffe, in ganzer Linie “ordentlich” zu sein:

Ich gehöre genau zu der Gattung, wo die Digitalisierung mit dem Stimmbruch eingesetzt hat – insofern schaffe ich es nicht, mich auf ein Medium für Notizen, Termine etc. einzulassen. Ich brauche einfach meine Post It’s, auf denen vage Gedanken notiert und dann zu einem Puzzle zusammengefügt werden. Ich brauche meinen Moleskine, um mir unterwegs einen Geistesblitz zu behalten. Natürlich habe ich auch einige digitale Tools auf meinem iPad etc., aber ich habe noch nicht das “dieses System macht Bernd rundum glücklich und effizient” Programm gefunden.

Vielleicht muss ich einfach mit dieser Bürde leben, dass mein Output abseits der Agentur relativ karg bleibt (was ja nicht so schlimm wäre, wenn der Output wenigstens unique oder interessant wäre), aber allein bei der Vorbereitung dieses Postings (obwohl man hier nicht von Vorbereitung sprechen kann), musste ich drei Artikelentwürfe in den Mistkübel pfeffern, weil sie einfach nicht mehr zeitgemäß waren.

Muss ich vielleicht mein Trägermedium ändern und vloggen? podcasten? Reicht es, wenn ich mir auch privat einen Redaktionsplan schreibe? Oder ist es besser, einfach mal die Schnauze zu halten. Eines ist klar: Ich muss ordentlicher werden. Der erste Schritt dazu wird mit dem Plugin Edit Flow.

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