Als Zentralverarbeitungseinheit des menschlichen Organismus ist das Gehirn rund um die Uhr damit beschäftigt, Daten zu verarbeiten. Bereits nachdem wir morgens aufwachen, wird unser Zerebrum einer Vielzahl (und das ist mehr als nur untertrieben) von Stimuli ausgesetzt, die es zu verarbeiten gilt.

Beschränken wir uns künftig rein aufs Marketing, dann liegt hier die These zu Grunde, dass etablierte Marken eher zum Rezipienten durchdringen, als es unbekannte Marken tun (es sei denn, dass die „neue“ Marke mehr Reize auslösen und so die Aufmerksamkeit des Rezipienten gewinnen kann). Was Werbung schlussendlich erreichen will, ist eine Kaufentscheidung. Starke Marken erzeugen beim Rezipienten intuitive Handlungen. Ein vorhergehendes positives Erlebnis mit dem entsprechenden Produkt/Marke löst im Gehirn das Gefühl von Zufriedenheit aus und erleichtert die Kaufentscheidung. Das möge jetzt banal klingen, doch liegt ein weiterer Grund darin, dass eine intuitive Handlung weniger Energie verbraucht, als Nachdenken. Dadurch, dass das Gehirn also Energie sparen will, sorgt es auch dafür, dass der Kunde bei intuitiven Handlungen weniger kritisch ist, als bei diskursiven Handlungen.
Es ist simpel: Menschen identifizieren sich mit einer Marke und sie sind Änderungen gegenüber nicht sonderlich aufgeschlossen.
Ein paar Beispiele gefällig:

Iglo Fischstäbchen: Jahrzehnte lang zierte der weißbärtige Seebär das Logo der Iglo Fischstäbchen, bevor er für kurze Zeit gegen einen jungen (in den Augen von Iglo wohl hipperen) Käpt‘n ausgetauscht wurde. Anscheinend machte sich dies bei den Verkaufszahlen der Fischstäbchen bemerkbar und heute ist Weißbart wieder auf der Packung zu sehen. (leider konnte ich im Interwebs kein Beispiel des jungen Käpt’n finden)

Der Charmin Bär: Innerhalb kurzer Zeit hat der drollig-mollige Bär die Kundenherzen im Sturm erobert. Im deutschsprachigen Raum wechselte der Bär allerdings zu Zewa. Eine eigene Kampagne sollte den Umstieg des Maskottchens auf eine andere Marke vereinfachen:

Kinderschokolade: 30 Jahre lang war Günter Euringer der Junge auf der Kinderschokolade-Packung. Es gab zwar immer wieder marginale Änderungen und Retuschen am Sujet, doch er war das Kinderschokolade-Kind. 2005 kam dann Kevin. Die Reaktion der Kunden:
http://www.weg-mit-kevin.de/
http://www.pottblog.de/2006/09/16/ferrero-rudert-bei-kinder-schokolade-zurueck-weniger-kevin-mehr-historie/
http://www.krone.at/Web/Proteste_gegen_Gesicht_der_Kinderschokolade-Weg_mit_Kevin!-Story-39079

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